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Im Sommer ist Mineralwasser ein Hauptgetränk

TÜV SÜD-Tipp: Wissenswertes rund ums Mineralwasser

Datum: 09.08.2014

Am liebsten trinken die Deutschen Mineralwasser. / Quelle: TÜV SÜD

Etwa 140 l Mineralwasser trinken die Deutschen pro Kopf und Jahr. In einer aktuellen Umfrage des TÜV SÜD sehen die meisten der Befragten das Mineralwasser ganz vorn auf der Hitliste der beliebtesten Durstlöscher – vor allem im Sommer. Die Lebensmittel-Experten des TÜV SÜD erläutern die unterschiedlichen Qualitäten und geben Tipps für die heiße Hochsaison.

In der TÜV SÜD-Umfrage nach dem beliebtesten Getränk im Sommer, Mehrfachnennungen waren möglich, stehen auf den ersten drei Plätzen das Mineralwasser (bei 65 % der Befragten), die Heißgetränke (37 %) und das Leitungswasser (27%). Die Nachfrage nach Mineralwasser in Deutschland ist besonders in den letzten vier Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Die Verbraucher haben heute die Qual der Wahl unter mehr als 500 Mineralwässern.

Gesetzlich definiert wird Mineralwasser in der Mineral- und Tafelwasserverordnung. So darf sich nur Wasser von ursprünglicher Reinheit, das aus unterirdischen Quellen gefördert und direkt am Quellort abgefüllt wird, natürliches Mineralwasser nennen. Dabei ist Mineralwasser nicht gleich Mineralwasser. Aus den über 200 deutschen Brunnen wird Wasser mit sehr unterschiedlichen Mineralstoffgehalten gefördert, was sowohl Geschmack als auch ein charakteristisches Prickeln beeinflusst. Da kein Mindestgehalt an Mineralien vorgeschrieben ist, kann der Verbraucher – je nach Vorliebe – selbst wählen. Sulfatreiches Wasser schmeckt z.B. ganz leicht bitter. Natrium verleiht Mineralwasser einen leichten metallischen Geschmack, Natriumchlorid eine feine salzige Note. Vor allem Mineralwässer mit einem hohen Kohlensäuregehalt stehen bei den Deutschen hoch im Kurs.

Mineralwasser kann aber auch unerwünschte Stoffe enthalten, deren zulässige Höchstmengen jedoch häufig durch gesetzliche Vorschriften begrenzt werden. Zum Beispiel kann aus Mineralgestein das radioaktive Schwermetall Uran in Spuren ins Mineralwasser gelangen. Der Richtwert der WHO von max. 15 µg/l wird von deutschen Mineralwässern aber normalerweise nicht erreicht. Besondere Anforderungen gelten jedoch für Mineralwässer, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind. Sie dürfen nur maximal 2 µg/l Uran enthalten.

Gefördert werden darf Mineralwasser europaweit nur aus amtlich anerkannten Quellen. Die zuständigen Landesuntersuchungsanstalten führen regelmäßig mikrobiologische und chemische Kontrollanalysen durch. Direkt beim Abfüller können Verbraucher aktuelle Analysen nachfragen.

Die Abfüllung erfolgt in Glas- oder PET-Flaschen. Vor allem die PET-Einwegflaschen stehen immer wieder in der Diskussion, da die Möglichkeit besteht, dass chemische Substanzen ins Wasser übergehen können. So geben PET-Flaschen Acetaldehyd ab. Die aufgefundenen Werte liegen jedoch laut Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert von 6.000 µg/l. Allerdings wäre die Substanz auch schon in viel niedrigeren Konzentrationen sensorisch wahrnehmbar (es erinnert geruchlich etwas an Wein, da es auch in der alkoholischen Gärung entsteht). PET-Flaschen enthalten jedoch keine Weichmacher wie Phthalate und Bisphenol A. Da über die PET-Verpackung im Lauf der Zeit Kohlensäure entweichen kann und es auf Dauer auch zu Fehlgerüchen oder Geschmacksveränderungen kommen kann, hat Wasser in PET-Mehrwegflaschen nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von 1 Jahr, in Einweg-PET-Flaschen sogar nur 6-9 Monate. Verbraucher sollten dieses Wasser daher kühl und dunkel lagern. Zwar muss auch Wasser aus Glasflaschen nach dem Gesetz ein MHD tragen (in der Regel zwei Jahre), original verpackt ist es aber nahezu unbegrenzt haltbar. Wer eine heimische, regionale Quelle bevorzugt, entlastet die Umwelt, da keine langen Transportwege entstehen.

Für Verbraucher stellt kühles Mineralwasser eine kalorienfreie Alternative zu anderen Erfrischungsgetränken dar. Vor allem in der Reisesaison und im Hochsommer ist dies sinnvoll: denn Mineralstoff- und Wasserverluste können so an heißen Tagen gut ausgeglichen werden, ohne zusätzlichen Zucker oder Süßstoff aufzunehmen. Bei empfindlichen Personen wie z.B. Kindern sollten Eltern ein Mineralwasser wählen, das wenig oder keine Kohlensäure enthält. „Aufgepepptes“ Mineralwasser liegt im Trend und kann künstliche Frucht- oder Teearomen und Konservierungsstoffe beinhalten. Teilweise ist Mineralwasser mit Geschmack auch gesüßt, so dass es bis zu 200 kcal/l enthalten kann. Wem das Mineralwasser zu fad ist, sollte es besser selbst mit einem Spritzer Fruchtsaft, Zitrone oder mit Minzeblättern abschmecken.

Weitere Informationen zu TÜV SÜD unter www.tuev-sued.de.
 

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