Gelenkschonendes Skifahren Datum der Nachricht: 2004-10-18 23:00:00
Carvingski sind von den Abfahrtspisten nicht mehr wegzudenken. Freizeitfahrer wie Skiprofis nutzen die Vorteile der im Vergleich zu den klassischen Skiern viel kürzeren und deutlich stärker taillierten Bretter.
Vorteile für alle Klassen
Die Carvingski gelten als die Skier mit der Servolenkung, weil die Bauweise das Drehen, also das Kurvenfahren, begünstigt. Anfänger können schneller lernen, Fortgeschrittene leichter fahren. Die Könner sind schneller und dynamischer unterwegs. Ski fahren macht viel mehr Spaß.
Carvingskier und damit auch die Carvingtechnik sind in den frühen 90er Jahren aufgekommen. Der wichtigste Unterschied: Die alten Bretter sind im Vergleich lang und gerade. Carvingskier sind außerdem stark tailliert.
In gewisser Weise war Carving die Antwort der Skiindustrie auf die boomende Snowboardwelle. Das Carven war bei Snowboardern bereits eine übliche Technik. Viele Skifahrer wechselten aufs Snowboard, weil es mehr Spaß machte. Wer heute Ski kauft oder ausleiht, kommt an Carvern nicht mehr vorbei. Es ist aber kein Problem, mit den neuen Skitypen die alte Technik weiterzufahren.
Im direkten Vergleich sieht man, dass die Boarderbewegung der Carvingtechnik ähnlich ist. Typisch sind die harmonischen Körperbewegungen. Man fährt, wie der Körper gewachsen ist, eine breite Skistellung löst die Blockbildung am Knie ab.
Zu Beginn warnten Experten noch vor möglichen Gesundheitsgefahren durch das Verkanten der Ski. Durch die starke Taillierung könnten bei hohem Tempo die Skier leicht verkanten was leicht zu Knieverletzungen führen kann.
Diese Kritik ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn in der Schussfahrt sind Carvingski eher unruhig. Sie steuern tendenziell immer in eine Richtung. Aber seit die Carvingski immer kürzer werden, beobachtet man einen Rückgang der Knieverletzungen. Experten haben festgestellt, dass es inzwischen sogar weniger schwere Knieverletzungen gibt. Sie führen das auf die Verwendung von kürzeren Skiern zurück. Die Hebelkräfte vom quer stehenden Ski auf das Knie sind nicht mehr so groß wie früher bei den langen Skiern.
Das Verletzungsisiko für Carvingfahrer liegt weiter oben im Bereich der Schultern, Armen oder dem Kopf.
Die Carvingski verleiten zu schnellerem Fahren wodurch es im Falle eines Zusammenstosses zu stärkeren Verletzungen kommt.
Das Carving ist eine neue Variante des Skifahrens, die vieles leichter macht, aber leider nicht überall einsetzbar ist. Mit einem kurzen Carvingkurs kann man ein paar neue Elemente dazulernen und tut sich mit den Carvern noch leichter. Echtes Carving bedeutet: auf der Kante durch den Schnee „schneiden“. Dabei wird man mitunter sehr schnell, und man braucht viel Platz auf der Piste. Im steilen oder engen Gelände wird man deshalb auf kurze, gebremste Schwünge zurückgreifen.
Das extreme Carven hat etwas vom Motorradfahren. Man legt sich bei hohem Tempo in die Innenkurve, genießt die Fliehkräfte. Mit Carvingskiern kann man andere Linien fahren als bisher, schnelle Fahrten quer über den Hang und sogar bergwärts sind möglich. Doch damit rechnen nicht unbedingt alle Fahrer, die eher in der Falllinie abwärts unterwegs sind. Dadurch steigt das Kollisionsrisiko.
Welcher Ski für wen?
Die Typenvielfalt bei den Carvern ist etwas verwirrend. Es gibt Funcarver für extreme Fahrten, Easycarver für Anfänger, Slalomcarver, Cross- sowie Freeridecarver. Der Allroundcarver ist für Durchschnittsfahrer vom fortgeschrittenen Anfänger bis zum sportlichen Mittelklassefahrer geeignet. Etwa 90 Prozent aller Pistenflitzer sind mit dem Allrounder gut bedient.
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