Überwicht und Fettleibigkeit bei Kindern nimmt so stark zu, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen von einer globalen Epidemie spricht. Übergewicht verursacht schwerwiegende psychosoziale und gesundheitliche Belastungen für die Betroffenen.
"Übergewicht bei Kindern bedarf einer langfristigen Behandlungsstrategie", sagt Professor Volker Pudel, Leiter der ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen. "Im Vordergrund stehen die Förderung körperlicher Aktivität und die Veränderung der Essgewohnheiten. Hier setzt das erfolgreiche Programm PowerKids an. Das Material wurde jetzt überarbeitet." Seit die AOK PowerKids im Jahr 2001 startete, sind bundesweit 30.000 Materialkoffer auf die Reise gegangen. Das Selbsttrainingsprogramm für Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren mit Gewichtsproblemen vermittelt in zwölf Wochen Wissenswertes über Ernährung und Bewegung. Kernstück des Programms, das Ärzte, Psychologen und Ernährungsexperten der Universitäten in Göttingen, München und London erarbeitet haben, ist der PowerKids-Koffer, mit dessen Inhalt die Kinder spielerisch lernen sollen, abzunehmen und ihr Gewicht zu halten.
"Der Test in einer Münchner Kinderklinik zeigte: Nach zwölf Wochen hatten von 130 Kindern die meisten abgenommen", so Volker Pudel. Eine weitere Überprüfung nach zwölf Monaten zeigte, dass sich im Gesamtdurchschnitt der Body-Mass-Index (BMI) weiter verringert hatte. Das bedeutet: PowerKids hat auch langfristig einen positiven Einfluss auf das Ess- und Bewegungsverhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Body-Mass-Index (BMI) setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße und gibt Aufschluss über das nach Alter und Geschlecht angemessene Gewicht.
DVD statt Video
Überarbeitet wurden jetzt die Materialien im PowerKids-Koffer. "Statt eines Videos gibt es nun eine DVD mit Tipps für den Umgang mit den Materialien. Neu ist auch der Moderator, der die Spielregeln und Aufgaben erklärt: Es ist Juri Tetzlaff vom Kinderkanal KIKA", sagt Volker Pudel.
Überarbeitet wurden auch das Ernährungsquiz in Form eines Kartenspiels, das Lexikon und die Aufgaben, die die Kinder lösen müssen.
Spielerisch lernen
Geblieben ist das bewährte Konzept: Auf lockere Art sollen Kinder lernen, Nahrungsfett zu sparen und sich mehr zu bewegen. Den PowerKids sind alle Nahrungsmittel erlaubt. "Hamburger, Schokolade und Cola schmecken besonders gut, wenn sie verboten sind", erklärt Volker Pudel. "Wir setzen den Kindern nicht so feste Ziele. Schokolade ist also nicht tabu, sondern die Kinder sollen zum Beispiel versuchen, mit einer Tafel zwei oder drei Tage auszukommen."
Um die Kinder zu motivieren, arbeitet das Programm mit einem Belohnungssystem. Die Eltern können sie dabei unterstützen. Professor Volker Pudel: "Mit Fettzie-Punkten lernen die Kinder, den Fettgehalt von Lebensmitteln einzuschätzen und diese zu sparen. Sportie- und Schlaffie-Punkte sollen zu Bewegung anregen. Wer Fettzies und Schlaffies spart, sammelt Punkte. Bei 150 Punkten gibt es ein Überraschungsgeschenk."
Weitere Informationen unter
www.powerkids.de
Quelle: AOK