Jan Ullrich im stern: "Mein größter Gegner bin ich selbst" Datum der Nachricht: 2003-12-22 09:38:00 Radprofi Jan Ullrich erwartet für die kommende
Tour de France ein noch härteres Duell mit dem fünfmaligen Sieger
Lance Armstrong als in diesem Jahr. "Lance nennt mich seine größte
Motivation. Er konzentriert sich ganz auf das Duell; er liebt diesen
Kampf Mann gegen Mann", sagte Ullrich in einem Interview mit dem
Hamburger Magazin stern, das wegen der Weihnachtstage bereits an
diesem Dienstag erscheint. Der US-Radfahrer brauche ihn als Rivalen,
um sich zu motivieren. Er dagegen brauche ihn nicht. "So gesehen: Ja,
mein größter Gegner bin ich selbst", erklärte Ullrich. Er habe sich
nach dem Jahr Pause verändert, könne sich heute besser schinden. "Ich
habe diesen Kampf angenommen - das ist der neue Ullrich."
Die Äußerung von Armstrong, Ullrich sei der Favorit, weil sein
bestes Jahr vor ihm liege, nannte der diesjährige Tour-Zweite
"typisch für Lance". Ullrich zum stern: "Nur, als fünfmaliger
Tour-Sieger kann er nicht den Druck bei mir abladen. Aber eine
gezielte Ruhestörung ist das schon. Er fühlt wohl, dass ich ihm
gefährlich werde."
Dass Armstrong in seiner Autobiografie "In letzter Sekunde" daran
zweifelt, ob der Deutsche nach dem Sturz bei Luz Ardiden tatsächlich
auf ihn gewartet habe, ärgert Ullrich nicht. "Was mich stört, ist,
dass er nach der Tour sagt: Ich war so schlecht, ich habe nur mit
einer Minute Vorsprung gewonnen, damit wertet er unsere Leistung ab.
Aber das ist wohl seine Mentalität - er ist halt Texaner", sagte der
künftige für das Team T-Mobile startende Radprofi im stern.
Ullrich erwartet, dass die neue Teamführung mit ihm anders umgehen
wird als die Telekom, bei der er sich zum Ende hin wie ein Kind
behandelt fühlte. Im stern-Interview gesteht er aber auch eigene
Fehler ein. "Ich habe ihnen gesagt: Ich bin ein anderer geworden,
ihr seht, wenn ihr mir meine Freiheiten lasst, dann bringe ich meine
Leistungen. Es ist heute nicht mehr nötig, mir einen Aufpasser zu
schicken, der schaut, ob ich auch wirklich zum Training fahre. Die
Teamführung weiß nun, dass ich mich gewandelt habe", so Ullrich.
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