Wie gefährlich sind Pestizidrückstände in Obst und Gemüse wirklich? Datum der Nachricht: 2004-02-24 08:30:00 Paprika, Salat, Erdbeeren und Äpfel - sie alle
gehören auf den Speiseplan, weil sie den Körper mit wichtigen
Nährstoffen versorgen. Doch Vorsicht, viele Früchte und Gemüsesorten
sind mit Pestizidrückständen belastet, wenn auch meistens unterhalb
der Grenzwerte. 80 Prozent des konventionell erzeugten Obstes und
Gemüses weisen nach einer Studie des Chemischen- und
Veterinär-Untersuchungsamtes Stuttgart Rückstände von
Pflanzenschutzmitteln auf.
Vor allem Erdbeeren, Paprika und Trauben, aber auch Tomaten und
Salat fallen immer wieder negativ auf, besonders wenn sie aus
Südeuropa kommen.
Die Zeitschrift natur&kosmos geht der Frage nach, wie gefährlich
die Giftrückstände wirklich für die Gesundheit sind. Denn genau
darüber streiten Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Der
Toxikologe Hans Rudolf Glatt etwa hält die Pestizidbelastungen,
selbst wenn sie die Grenzwerte überschreiten, für irrelevant.
Manfred Krauttner, Chemiexperte bei Greenpeace, gibt zwar zu, dass
gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lebensmittelrückstände
selten direkt nachweisbar sind. Gleichwohl warnt er vor allem vor
sogenannten Pestizid-Cocktails, die hauptsächlich auf Tomaten,
Erdbeeren, Paprika und Trauben gefunden worden sind. Teilweise waren
es bis zu 16 unterschiedlicher Chemikalien.
"Die hormonähnlichen Wechselwirkungen solcher Substanzen sind uns
noch nicht bekannt", sagt auch die Biochemikerin Irene Witte von der
Universität Oldenburg. Deshalb sei Vorsicht geboten.
Der Verbraucher kann sich schützen. Konsumenten sollten immer
saisonales Obst und Gemüse kaufen, also keine Erdbeeren im Februar
und keinen Spargel im Dezember. Vor allem Familien mit Kindern raten
Experten auf Bioware umzusteigen. Denn die ist nicht oder kaum mit
Giftrückständen belastet. Und nach wie vor gilt: Ziehen Sie heimische
Produkte vor.
Quelle: natur&kosmos
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