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Mit Handicap ...

Fit trotz künstlichem Gelenk

Datum: 31.08.2013
Die vielen hunderttausend Menschen, denen jedes Jahr in Deutschland ein künstliches Gelenk eingesetzt wird, haben zahlreiche Unsicherheiten und Fragen zum Thema Fitness. Dank HiTech-Materialien bei den Implantaten und moderner Operationsmethoden kann man heute aber trotz künstlicher Gelenke wieder intensiv Sport betreiben.

Patienten, die unter Arthrose, also dem Verschleiß eines Gelenks leiden, wird oftmals ein künstliches Gelenk eingesetzt. Am häufigsten wird bei älteren Menschen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt, denn über 90% der über 65-jähringen sind laut der Kölner Klinik Orthoparc von Hüftgelenksarthrose betroffen. In modernen Kliniken sind die OP- und Rehabilitationsprozesse im Bereich Endoprothetik mittlerweile jedoch so ausgelegt, dass der Patient bereits 3-5 Stunden nach einer Hüft-Operation wieder auf die eigenen Füße gestellt wird und mit Hilfe eines Betreuers erste Schritte gehen kann. Wie dies zum Beispiel im Orthoparc gehandhabt wird, kann hier nachgelesen werden.

Gleiches gilt für ein künstliches Kniegelenk. Diese Operationen werden mit einer speziellen Technik ausgeführt, die eine exakte Platzierung der Prothese und die Wiederherstellung der korrekten Achsverhältnisse und Bandspannungen gewährleistet. Für Sportler gibt es eine spezielle medizinische Trainingstherapie, die mit und ohne Geräte als früh-funktionelles Training zur Kräftigung und Steigerung des Leistungsniveaus durchgeführt wird. Das Trainingsprogramm umfasst Krafttraining, Ausdauertraining und Koordinationstraining. Die Koordination des gesamten Behandlungsprozesses unterliegt in der Regel einem erfahrenen Spezialisten für Endoprothetik.

Schon in der Rehabilitation beginnt für den Patienten mit künstlichem Gelenk wieder die sportliche Betätigung. Unter Anleitung des Physiotherapeuten werden Muskeln, Sehnen und Bänder wieder gekräftigt, damit das neue Gelenk stabilisiert wird. Hierbei kommt es darauf an, die Belastungsdauer und -stärke ganz langsam und mit weichen, harmonischen Bewegungen zu steigern. Ohne diese sportliche Betätigung würde die Genesung weitaus länger dauern. Übertreibungen würden schaden, ebenso Übungen, die Schmerzen verursachen.

Nach der Rehabilitation sind für Patienten mit künstlichem Hüft- oder Kniegelenk Sportarten wie Radfahren, Walking, Schwimmen, Skilanglauf oder Rollerblades optimal. Günstig beim Schwimmen ist der Beinschlag beim Kraulen und Rückenschwimmen. Brustschwimmen ist eher ungünstig, ebenso das Schwimmen in starker Meeresbrandung. Aber auch Sportarten, die vor einer OP beherrscht wurden, können nach der OP wieder ausgeführt werden, sobald die Kraft, Ausdauer und Koordination wieder zu 100% hergestellt ist. Selbst Fallschirmspringen ist dann wieder möglich. Auch Tanzen ist erlaubt, allerdings sollte man auf artistische Einlagen beim Rock ‚n’ Roll verzichten.

Ungeeignet für Patienten mit Endoprothesen sind Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko. Besonders kurzzeitige Überlastungen, schnelle Richtungs- und Belastungswechsel, wie sie beim Fußball, Handball, Tennis und in Kampfsportarten auftreten, sollen vermieden werden. Auch Jogging sollte weder der anhaltenden Prellmechanismen beim Laufen unterlassen werden. Generell sollte der Patient verstärkt auf seinen Körper und die natürlichen Alarmsignale achten und bei anhaltende Schmerzen sofort seinen Orthopäden aufsuchen.